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Die JobAgentur EN gehört zu den Preisträgern des bundesweiten Ideenwettbewerbs „Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen“, ausgeschrieben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit. Von insgesamt 216 eingereichten Ideen wurden 62 Projekte prämiert. Die Auswahl war von einer 12-köpfigen, unabhängigen Jury mit Mitgliedern aus den Ländern, kommunalen Spitzenverbänden, Ombudsrat, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden und Bundesagentur für Arbeit getroffen worden. Das Ideenkonzept des EN-Kreises wird über einen Zeitraum von zwei Jahren mit 4,1 Millionen Euro gefördert. Das Ministerium hatte den Ideenwettbewerb ausgeschrieben, um die Beschäftigungschancen von Langzeitarbeitslosen, die älter als 50 Jahre sind und Arbeitslosengeld II erhalten, zu verbessern. Durch die Entwicklung regionaler Lösungen und die Förderung regionaler Beschäftigungspakte soll die Wiedereingliederung dieses Personenkreises in den Arbeitsmarkt gefördert werden.

Ausgangspunkt für das Konzept der JobAgentur EN sind die Folgen, die sich durch den demografischen Wandel ergeben. Die Bevölkerung und damit das Potenzial an Erwerbspersonen schrumpft. Dies führt dazu, dass Fachkräfte, auch ältere, in Zukunft wieder gebraucht werden. Grund genug, ältere Langzeitarbeitslose sowohl gesundheitlich als auch fachlich wieder fit für den Arbeitsmarkt zu machen.


Die demografisch-wirtschaftliche Situation des EN-Kreises liefert folgende Rahmenbedingungen:

Erhebliche Verluste von industriell-gewerblichen Arbeitsplätzen.
Ein der bundesdeutschen Entwicklung vorauslaufender Bevölkerungsrückgang, bei einer gleichzeitig stärkeren Alterung der Bevölkerung als in vergleichbaren Kreisen (46,5).
Ein von „alten Industrien“ geprägter Raum mit weiterhin vorhandenem wirtschaftsstrukturellen Anpassungsbedarf.
Gewerbeflächenengpass mit schwieriger Topographie bei hoher Konkurrenz mit Natur- und Landschaftsschutz, Wohnstandort- und Erholungsfunktion.
Zukünftig absehbarer Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.

Auf der anderen Seite ist der EN-Kreis ein hoch verdichteter Umlandkreis des Ruhrgebietes mit einem enormen Marktpotenzial, mit hervorragender infrastruktureller Anbindung und vielfältigem naturräumlichen Potenzial, in unmittelbarer Nachbarschaft zur wissenschaftlichen und kulturellen Infrastruktur des Ruhrgebietes. Es ist geprägt durch überschaubare klein- und mittelständische Strukturen mit hohen Wohnqualitäten, wirtschaftlich durch KMU dominiert und hat wachsende Bedeutung als Wohnort (Berufspendler).

Durch die wirtschaftliche Aktivität und Kaufkraft älterer Menschen ergeben sich daraus besondere Chancen für bestimmte Wirtschaftsbereiche, die durch Beschäftigungspolitik genutzt werden.
Dies sind
Gesundheits- und Pflegebereich,
Dienstleistungsbereiche Freizeit, Fitness und Wellness in der Bereitstellung attraktiver, neuer Angebote für ältere Kunden/innen (Senioren- und Gesundheitswirtschaft) und
Wohnungswirtschaft in der Verbesserung der Kundenorientierung sowie der wohnbegleitenden Dienstleistungen.

 

Strategie

Im Pakt wird ein Fachkräftepool von 500 qualifizierten Fachkräften im Alter von 50 bis 57-jährigen aufgebaut, der durch sieben JobCoaches langzeitbegleitet wird. Der Pool bedient die besonderen Bedürfnisse der Projekte, die markt- und KMU-nah arbeiten und damit die Bedürfnisse der Firmen befriedigen oder ihnen helfen, zukünftige Marktnischen zu erobern.

Die Projekte greifen die relevanten Themen auf:

Tätigkeiten in atypischen Arbeitsverhältnissen: Zeit- und Leiharbeit, Aushilfstätigkeiten.
Aufbau von Dienstleistungsagenturen und –pools.
Intensive Langzeitbegleitung Älterer in die Selbständigkeit.
Aufschließen, Sensibilisierung und Ansprache der Unternehmen durch gezielte Marketingmaßnahmen durch die Wirtschaftsförderung.
Begleitung durch eine(n) Gesundheitsmanager/-in mit Fokus auf die besonderen Probleme von Älteren.